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21.10.2018, 16:48

10 Jahre Android-Smartphones: Der Hype, der nicht enden wollte

Vor zehn Jahren kam das T-Mobile G1 auf den Markt, auch bekannt als HTC Dream. Damit begann Androids Durchmarsch zur globalen Dominanz.








"Android ist kein Erfolg, sondern vor allem ein Hype." Das ist einer dieser Sätze, die einen Jahre später einholen. Gesagt hat ihn Anssi Vanjoki, Produktchef von Nokia, im November 2009. Da war das erste Android-Smartphone gerade ein Jahr auf dem Markt. Die Finnen, noch stolzer Marktführer, schien die neue Konkurrenz von Google und Apple nicht zu beunruhigen. "Auch mit dem Mac hat Apple anfangs viel Aufsehen erregt, aber sie sind trotzdem ein Nischenanbieter geblieben. Das wird bei Handys genauso sein", sagte Vanjoki. "Unser Betriebssystem Symbian wird in den kommenden Jahren das dominierende System bleiben."
Extrem unterschätzt

So kann man sich irren. Zu Vanjokis Ehrenrettung sei erwähnt, dass er mit dieser kolossalen Fehleinschätzung dem Beispiel seines CEO Olli Pekka Kallasvuo folgte – und in der Branche auch nicht alleine war: Microsofts Steve Ballmer, Jim Balsillie von Blackberry-Hersteller RIM, Palm-CEO Ed Colligan. Sie repräsentieren Ende des ersten Jahrzehnts das Establishment des Mobilfunkmarkts. Einhellig unterschätzten sie die Bedrohung durch die neuen Player. Keines dieser Unternehmen spielt bei Smartphones heute noch eine Rolle.

Dabei wussten sie: Das iPhone hat alles verändert. Nach außen versuchen die Manager, Zuversicht zu verbreiten und die neue Bedrohung kleinzureden, doch arbeiten die Ingenieure bereits fieberhaft an einem Plan B. Die Branche braucht neue Betriebssysteme – Touch ist das neue Schwarz. Es ist eine Zeit der Experimente: Während die Finnen ihr Glück mit Maemo suchen, das später in MeeGo aufgehen sollte, setzt Palm alles auf die Karte WebOS. Auch Microsoft entwickelt schon an einem Nachfolger für Windows Mobile. Sie alle sind schon ein bisschen spät dran: Das iPhone ist seit über einem Jahr auf dem Markt.

Und dann kommt Google. Während die alten Hasen ein Bestandsgeschäft zu schützen haben, kann der Suchmaschinenriese einfach machen. Und er macht: 2005 kauft Google Android. Das Startup von Andy Rubin war angetreten, ein tolles Betriebssystem für Digitalkameras zu entwickeln. Daraus wird ein Smartphone-System, das abgesehen von iOS heute alle Wettbewerber verdrängt und einen Marktanteil von nahezu 85 Prozent hat. Dabei war Androids erster öffentlicher Auftritt auch nicht übermäßig beeindruckend.
Ein Traum

Vorgestellt im September, kommt das HTC Dream am 20. Oktober 2008 als "T-Mobile G1" auf den Markt. Zunächst exklusiv bei der US-Tochter der Telekom, ein paar Monate später dann auch in Deutschland. Die Hardware ist eine Variante des HTC Touch Pro, einem der zahlreichen Smartphones dieser Zeit, die mit Windows Mobile liefen. Das Herz des G1 bildet ein ARM-Prozessor von Qualcomm (MSM7201A), der mit 528 MHz taktet und 192 MByte Arbeitsspeicher zur Verfügung hat. Der Akku (1150 mAh) lässt sich wechseln, damals ist das noch Standard.

heise online schrieb damals über die weitere Hardware: Das G1 wird mittels Touchscreen (320 × 480 Pixel, 3,2 Zoll) oder ausziehbarer Tastatur (mit eigener Taste für die Google-Suche) bedient, es nimmt über HSDPA (7,2 MBit/s) und HSUPA (2 MBit/s), EDGE oder WLAN Kontakt mit dem Internet auf und hat eine 3-Megapixel-Kamera an Bord. Der nur 256 MByte große interne Speicher lässt sich mittels microSDHC-Kärtchen um maximal 8 GByte aufrüsten. Das G1 wiegt 158 Gramm und misst im eingeklappten Zustand 118 mm × 56 mm × 17 mm.

Das Android-Smartphone integriert alle Google-Dienste – und verlangt dafür einen Account. “Schon beim ersten Einrichten kommt der Nutzer nicht daran vorbei, sein Handy mit einem Google-Konto zu personalisieren”, notiert der c’t-Rezensent in einem ersten Testbericht. Von Touchscreen und sonstiger Hardware ist er einigermaßen angetan, wünscht sich aber häufig einen Stift – damals Standard für die Bedienung von PDAs und Smartphones. Das Fazit: Das G1 ist schon okay, aber "dem iPhone kann es in puncto Bedienung und Multimedia nicht das Wasser reichen".




Quelle: heise


becks
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Darksideofthemoon (23.10.2018, 18:29), becksbier (21.10.2018, 16:48)

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